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Quellen:
Dr. habil. Lothar Kalb: „Hochschulsportgemeinschaft (HSG)DHfK Leipzig-einst und jetzt“ 
Frank Geissler:          „Badmintonchronik HSG DHfK Leipzig“
Gerd Pigola:               Rede zum 50-jährigen Jubiläum der Badmintonabteilung am 23.06.2007


Die Badmintonabteilung ist Mitglied in einem Mehrspartenverein HSG DHfK Leipzig, der 1950 mit dem ersten Studiengang an der Deutschen Hochschule für Körperkultur gegründet wurde.
Die ersten Wettkämpfe fanden im Frühjahr 1951 zunächst in den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Gerätturnen, Fußball, Volleyball und Basketball statt.
Der Verein war auf die Förderung des Studentensports ausgerichtet. (HSG: Hochschulsportgemeinschaft) Mit der Gründung des Sportclubs SC DHfK Leipzig im Jahre 1954 fand eine klare Trennung der Schwerpunkte statt.
Im SC DHfK Leipzig wurden die leistungssportlich betriebenen (olympischen) Sportarten zusammengefasst, die HSG DHfK widmete sich dem Breitensport. 
Trotzdem gab es in den Folgejahren eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Vereinen, zwischen 1957 und 1959 sogar unter einer verantwortlichen Leitung.

Der SC DHfK Leipzig entwickelte sich in den Folgejahren zu einem der erfolgreichsten Vereine der Welt mit vielen Erfolgen bei Welt- und Europameisterschaften und bei Olympischen Spielen.

Die wechselvolle Geschichte der HSG DHfK war stets eng mit der studentischen Ausbildung verbunden. So mussten die Studierenden in ihrer Ausbildung Trainingsgruppen bei Wettkampf und Training betreuen. 
Diese Tätigkeit war Teil ihrer Spezialfachausbildung und trug obligatorischen Charakter als Nachweis für die Eröffnung des Diplomverfahrens.

Ein Gründungsdatum der Sektion Badminton ist nicht aktenkundig. Dozenten und Studenten hatten sich zu einer Übungsgruppe zusammengefunden. Das erste in der Presse erwähnte Spiel bestritt eine DHfK-Mannschaft gegen Traktor Doberlug-Kirchhain am 13.April 1957. Im Mai 1957 startet eine Trainingsgruppe mit Kindern und Jugendlichen, die überwiegend aus der Kleingartenanlage „Südvorstadt“ am Schleußiger Weg stammten und dort schon auf einem selbst angelegten Feld dem gefiederten Ball nachgejagt waren. Der Kern dieser ersten Nachwuchsmannschaft bestimmte lange Zeit das Niveau des DDR-Federballsports. Auch die Federballsektion profitierte, wie alle anderen Sektionen der HSG, von der qualifizierten Betreuung im Rahmen der studentischen Ausbildung.

Die 1. Mannschaft der HSG DHfK gehörte immer den höchsten Spielklassen an, in den letzten Jahren der DDR der Sonderliga, einer Staffel mit 4 Mannschaften, ohne Auf- und Abstieg. (weiterhin dabei: Einheit Greifswald, EBT Berlin, Aktivist Tröbitz, in späteren Jahren SG Gittersee bzw. Lok HfV Dresden)

DHfK-Funktionäre gehörten auch immer zu denen, die über den Verein hinaus wirkten. Sie gehörten zu den Initiatoren der Gründung des Federballverbandes der DDR im Jahre 1958; 
Prof. Dr. Günter Röblitz war der erste Präsident, Prof. Dr. Gert Marhold der erste Verbandstrainer und die erste Verbandszeitung wurde von Dr. Helmut Böhme produziert. 
Zwei Badmintonlehrbücher gab es in der DDR, beide wurden von DHfK-Mitgliedern verfasst. (Florl/Marhold und Birgit Harder)
Frank Geißler war einer der Aktivisten der Gründerjahre und prägte als Vorsitzender des Bezirksfachausschusses Federball viele Jahre die Entwicklung unserer Sportart.

Absolventen der DHfK bekleideten wichtige Funktionen im Badmintonsport:
Jens Scheithauer war Cheftrainer des DDR-Verbandes
Harald Müller war Vorsitzender des DDR-Trainerrates
Rena Scheithauer, heute Eckart, Trainerin und Funktionärin im DBV und im österreichischen Badmintonverband.

Kurioserweise war es auch ein DHfK-Funktionär, der den DDR-Verband zu Grabe trug.
Gerd Pigola wurde im April 1990 zum Präsidenten des DDR-Verbandes gewählt. Ihm blieb eine 6-monatige Amtszeit, die ausgefüllt war mit den für die Vereinigung der beiden deutschen Badmintonverbände erforderlichen Schritte und Maßnahmen. Am 18.11.1990 vollzogen die Präsidenten Prof. Dieter Kespohl und Gerd Pigola die offizielle Vereinigung mit Wirkung zum 01.01.1991.

Auch nach der deutschen Badminton-Einheit waren und sind Funktionäre unserer Abteilung in Strukturen des DBV verankert. 
Gerd Pigola war bis 2018 Vizepräsident des DBV, zuständig für den nationalen Spielbetrieb. Seit seinem Ausscheiden ist er Präsidiumsbeauftragter.
Dirk Ladenthin prägte als Sportwart des BVS den Spielbetrieb in Sachsen bis 2019.
Michael Weckener war bis 2019 Sportwart des Regionalverbandes Leipzig
Rolf Binnemann ist Nachwuchsverantwortlicher im Regionalverband Leipzig.

Die 1. Mannschaft der HSG DHfK wurde in die 2. Bundesliga eingeordnet, konnte diese Klasse aber nicht halten, Leistungsträger hatten das Team Richtung West verlassen.
Seit der Gründung der Regionalligen gehört die HSG DHfK der Liga Südost an. In den Ligen darunter ist die HSG DHfK mit je einer Mannschaft vertreten. 
Ausdruck der qualitativ hochwertigen Nachwuchsarbeit ist die Anerkennung als BVS-Talentzentrum 2020.

Chronistenpflicht ist es auch, das Jahr 2020 zu erwähnen, in dem das Corona-Virus massiv in den deutschen Sport, auch in den Badmintonsport einwirkte. Alle Ligen sind auf Null gestellt, Ausgang und Weiterführung offen.
Hoffen wir weiterhin auf das Beste.

Gerd Pigola